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Warum der Schreimerhof ein Ort für unser Atelier..

..für Architektur geworden ist: Uns, als Architekturbüro interessieren uns vor allem Themen wie Nachhaltigkeit, Sinnhaftigkeit, Ehrlichkeit und Echtheit. Was bedeutet dies für uns und unsere Haltung zu unserer Arbeit und was hat der Schreimerhof damit zu tun?

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Meine ersten Berührungen mit Architektur - ohne es zu bewusst zu merken - müssen Anfang der 80er Jahre im Bayerischen Rundfunk die Sendungen Dieter Wielands gewesen sein. Dokumentarfilmreihen wie "Topographie" in der Reihe "Unter unserem Himmel" von 1972, die ich als Wiederholung gesehen haben muss, "Unser Dorf soll häßlich werden" oder z.B. "Grün kaputt" von 1983 haben mich als Kind und Jugendlichen fasziniert. In Mediatheken sind manche Sendungen noch zu finden: Wieland ist selten selbst zu sehen, dafür seine ruhige, langsame meist melancholische Stimme mit einer einfachen aber deutlichen Wortwahl, so kennen ihn - oder besser: seine Arbeiten - die meisten: „Ein Kahlschlag geht durchs Land: Begradigung, Bereinigung, Erschließung, Beschleunigung, Kanalisierung, Neuordnung, Verordnung, Verödung. Das Land wird hergerichtet, abgerichtet, hingerichtet.


Am Ende bleibt nur das Korsett des öden Rasters, der Triumph des rechten Winkels: Serienlandschaft. „Neuordnung im ländlichen Raum“, war das die Ordnung, die wir wollten? Eine ausgeräumte, nackte Maschinensteppe, am Reißbrett konstruiert, mit schnurgeraden asphaltierten Wegen. Eine Landschaft ohne Spuren, ohne Geschichte, ohne Namen, ohne Tiere, ohne Baum und ohne jeden Strauch – international. Östliche Kolchosen sehen nicht viel anders aus.“ – Dieter Wieland, Grün kaputt, 1983.


Vor diesem Hintergrund ist für mich die Idee des Schreimerhof wie eine kulturelle Arche Noah. Weiterbenutzen, bestehende "Graue Energie" erhalten, Kultur bewahren und benutzen, miteinander Leben und Arbeiten, der Versuch der Selbstversorgung, Kleintierhaltung, junge Alte und Kinder mit Eltern gemeinsam, Wohnen und Arbeiten an einem Hof - mitten im Dorf - das ist keine Utopie, es ist ein Schritt in die richtige Richtung zu Nachhaltigkeit und Sinnhaftigkeit.

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Jenseits von formalen Gestaltungstrends in Architektur oder Freiraumplanung gibt mir der Schreimerhof die Möglichkeit allen Bauherrn ein Resultat zu zeigen, das eine Alternative zu "reiss weg das alte Glump - es geht ja ned anders" aufzeigt. Ein instandgesetzter und transformierter Ort wie der Schreimerhof ist kulturell, sozial und ökologisch genau das perfekte Umfeld für unser Büro, welches sich hauptsächlich mit Umbauten und Sanierungen beschäftigt, weil es unserer Haltung zur gebauten Umwelt und der Kulturlandschaft entspricht. Thomas Pickert, Pickert Architekten, August 2019

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Wikipedia, 2019 über Dieter Wieland:

"Wielands Hauptmotivation ist seine „Liebe für Qualität“ in allen Epochen. Es sei daher keine negative Weltsicht, die ihn antreibe, und er sei daher auch kein rückwärtsgewandter Kritiker der Moderne. Gleichwohl kritisieren seine Filme vor allem die Zerstörung alter, gewachsener Strukturen und deren oft gedankenlose Ersetzung durch Neumodisches und qualitativ Minderwertiges; der Blick ist dabei stets auf die Details gerichtet. Die Themen erstrecken sich dabei von der Natur über die Landschaftsgestaltung, Kulturlandschaft bis hin zur Architektur und Gestaltung der Dörfer und Städte....Beispielsweise schildert er, wie im Rahmen der Flurbereinigung, welche auf Ertragssteigerung und eine maschinengerechtere Landwirtschaft abzielt, alte bäuerliche Strukturen (z. B. Hecken) gedankenlos geopfert werden, die einmal mit Absicht und einem bestimmten Nutzen angelegt wurden. Neumodische Trends der Haus- und Gartengestaltung (z. B. Koniferen statt Obst- oder Hausbäume) zerstören nach Wieland das alte, zur Landschaft passende Ortsbild durch einen gleichförmigen Einheitsstil der Dörfer. Wieland kritisiert nicht grundsätzlich das Neue, sondern das nach seiner Meinung Minderwertige und Unpassende. In der Filmreihe „Die große Kunst, ein kleines Haus zu bauen“ stellt er beispielhaft vor, wie man heute ein modernes, funktionales und zugleich gut aussehendes Haus bauen kann, das sich auch gut in die landschaftliche Umgebung einfügt.“ Dieter Wielands Arbeiten sind vor allem in den 70ern und 80ern entstanden. Wie beurteilt er, nun, 2017, anlässlich seines 80. Geburtstags die Entwicklungen seitdem? Wieland ist sehr skeptisch: „Da haben wir nichts erreicht. Die Artenvielfalt ist in einer Weise zurückgegangen, das war uns damals gar nicht möglich, uns das in diesen Dimensionen vorzustellen. Die Bodenverdichtung, die Bodenentwertung, die Güllemassen – das war für uns unvorstellbar. Die Neubaugebiete schauen immer noch so aus, wie damals als ich meine ersten Filme gegen Neubaugebiete gemacht habe.“ – Dieter Wieland, 2017


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